Darmstadt Rockets und Heidelberg Hedgehogs teilen sich die Siege der letzten Saisonspiele

Am Samstag, den 24. September 2011 war es dann, sechs Monate nach dem ersten Freundschaftsspiel 2011, soweit: Die letzten beiden Saison-Spiele für das Bundesligateam der Darmstadt Rockets sollten die Playdowns und damit die Saison des Vereins beenden.

 

Hierfür wollten die Damen noch einmal alle Reserven konzentrieren, um mit einem Sieg gegen die Heidelberg Hedgehogs den fünften Platz in der Bundesliga Süd zu sichern. Zunächst stand aber ein anderes Problem im Vordergrund: Nach vielen Wochenenden, die über den Sommer geopfert, Urlauben, die hinausgeschoben wurden, heimgereister amerikanischer Pitcherin, so mancher Blessur und Ermüdungszeichen, die sich beim Feldaufbau rächten, standen die Rockets mit einem recht dünnen Kader da. Dies sollte das Spiel allerdings nicht verhindern, so wurde eben von Springern aus der zweiten Mannschaft ausgeholfen.

 

Für das erste Spiel war das Ziel klar: Ein Sieg zum Behaupten des fünften Tabellenplatzes und positiven Abschluss der Saison. Und Pitcherin Sina Wirth bewies erneut ihre Klasse: Nur ein Hit im ganzen Spiel gegen sie, nur einen Run zugelassen (noch dazu unearned) und nur drei Walks. Bereits im ersten Inning gelang es, die Heidelberger Schlagfrau Nina Keller auf der dritten Base stranden zu lassen und so, ohne Punkte zugelassen zu haben, durch zwei Strikeouts und einen routinierten Spielzug im Infield in die Offensive zu gehen. Dort bewies Natascha Moore einmal mehr ihre Schnelligkeit: Nachdem sie am dritten Strike knapp vorbeigeschwungen hatte, konnte die Catcherin den Ball nicht festhalten und Moore schaffte es schneller auf die sichere Base als der im Nachhinein geworfene Ball. Ihr, Nadja Wirth, die sich hierbei ihren ersten Hit by Pitch des Tages abholte, und Schwester Sina, die ein gutes Auge an der Platte bewies, gelang es nach einem Schlag von Jacqueline Krepper und zwei Fehlern in der Verteidigung die ersten drei Punkte zu erzielen. Im zweiten Inning ließen sich die Rockets kurz von der Nervosität der Heidelbergerinnen anstecken und nach einem Fehler erzielte Springerin Maike Jöst den einzigen Punkt der Begegnung für die Kurpfälzerinnen. Sina Wirth beendete die Innings dann postwendend durch zwei weitere Strikeouts.
Offensiv gelang den beiden Teams in den nächsten Halbinnings nicht viel, trotz vereinzelter Baserunner. Besonders zu erwähnen defensiv sei ein schönes Caught Stealing von Catcherin Natascha Moore zu Nadja Wirth. Auch war das Spiel durch Strikeouts und routinierte Plays geprägt. Im vierten Inning schaffte es Rebekka Schmidt dann durch einen schönen Schlag auf die erste Base und nach gutem Baserunning und einem weiteren Single von Moore erzielte sie durch einen spektakulären Head-first-slide einen weiteren Punkt. Der Rest des Spiels ist schnell zusammengefasst: Sichere, fehlerfreie Spielzüge und starkes Pitching auf beiden Seiten ließen keine weiteren Punkte zu, sodass das Spiel mit 4:1 an die hoch erfreuten Darmstadt Rockets ging, der fünfte Tabellenplatz war sicher. Der Plan war also geglückt, für das zweite Spiel war nur noch Spaß vorgesehen. Speziell Trainer Alexander Musiol zeigte sich zufrieden und ließ auf Experimente hoffen.

 

So gab Tanja Herrmann ihr Debut als Pitcher in der Bundesliga, nachdem sie in der Verbandsligamannschaft während der Saison immer mehr Routine gewonnen und eine tolle Entwicklung gezeigt hatte. Nach längerer Trainingspause und bei deutlich kleinerer und strengerer Strikezone hatte sie jedoch erst einmal zu kämpfen: Das erste Inning zog sich – trotz eines weiteren bemerkenswerten Caught Stealings von Jacqueline Krepper auf Sina Wirth – in die Länge, bis die Heidelberger Pitcherin Nina Schend, ebenfalls Verstärkung aus der Verbandsliga, an die Platte trat. Bei einem schönen Pitch schwang sie nach dem Ball, erwischte ihn zu früh und wurde direkt vom geschlagenen Ball ins Gesicht getroffen. Das Spiel war nun Nebensache, Umpire, Trainer und Spieler kümmerten sich zunächst um die Verletzte. An dieser Stelle wünschen wir Nina Schend gute Besserung und hoffen, dass es ihr so schnell wie möglich wieder gut geht! Ersetzt wurde sie schließlich durch DeMello, und nach einigen erzielten Punkten ging das Angriffsrecht an die Darmstadt Rockets. DeMello bewies allerdings direkt ihre Klasse und beendete das Inning umgehend durch drei Strikeouts. Nun war Meike Gratz an der Reihe mit ihrem Pitchingdebut in der Bundesliga, nachdem sie in den letzten Wochen fleißig trainiert hatte. Doch auch sie hatte Probleme mit der kleinen Strikezone, sodass sie etwas später durch Nadja Wirth ersetzt wurde. Diese sorgte mit Routine für die geforderten Outs, ließ auch in den Folgeinnings nur noch zwei Punkte zu. Doch die Damen sahen kein Land gegen die starke Pitcherin und nach nur vier Innings und acht Strikeouts ging das Spiel mit 16:0 an die Heidelberg Hedgehogs.

 


Besonders erwähnenswert sind die folgenden Leistungen: Sina Wirth im ersten Spiel als Pitcherin mit nur einem zugelassenen Hit, einem unearned Run, zwei Wild Pitches, sechs Strikeouts, einem erzielten Run und einem Average im ersten Spiel von .500; Natascha Moore im ersten Spiel mit sehr guter Leistung als Catcherin, einem Caught Stealing, außerdem war sie bei jeder ihrer vier Plate Appearance Baserunnerin (auch sie mit einem Average von .500) und erlief zudem fünf stolen bases; Tanja Herrmann, die trotz eines überfüllten Terminkalenders ihrem Team aushalf und ihr Pitchingdebut in der Bundesliga gab; und Anke Schachtsiek, die äußerst kurzfristig nach der Verletzung einer Spielerin eingesprungen ist.


Somit schließt das Bundesligateam der Darmstadt Rockets die Saison mit einem sehr guten fünften Tabellenplatz ab, nachdem man – erneut – mit nur einem Sieg an den Playoffs um die deutsche Meisterschaft scheiterte. So war es doch ein sehr positiver Abschluss der Saison und lässt auf mehr hoffen!